Wort-flieger, Schweig-ender.

April 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Fliegende Punkte auf den Zügen deines Gesichtes, die ich so gut kenne, als wären sie meine eigenen. Tanzende Worte auf meinen Lippen, ungesprochen und ungewünscht.

So viel Schmerz in meinem Herzen, weil ich nicht kennen darf, was ich kennen will. Weil alles sich vor Jahren entschied, ich zusah, wie du abbogst, während ich weiter ging. Weiter und weiter, aus Angst davor, stehen zu bleiben und noch mehr Furcht, dass du zurück blicken könntest. Wie von allein trugen mich meine Füße in eine Gegenwart, in der du Vergangenheit bist. Eine Erinnerung, die zart auf meiner Zunge schmilzt und die Frage zurücklässt, wer du bist. Wer ich bin und was aus uns geworden ist.

Klopfte ich an deine Tür – du ließest mich ein. Wir wären dort, irgendwo, und die Worte würden zwischen unseren Mündern hin und her fliegen. Flatternd weiche Flügel, aufgescheucht von der Gegenwart des jeweils anderen und doch durch das Gewicht des Vergangenen gebrochen herab hängend. Worte, die eine Stille überbrücken wollen, die noch nicht da, aber im Kommen ist. Eine Stille, die meinen Mund für immer versiegeln, von dir zu mir fliegen und nicht mehr gehen wird.

Ich habe Angst vor diesem Tag. Aber ich merke, wie mir das Warten die Kraft raubt, neue Worte zu finden. Neue Worte für mich, dich und uns. Am Ende wird nichts übrig bleiben.

 

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