Ein Anfang

Mai 13, 2011 § 2 Kommentare

Ich lerne mich lieben. Es hat lange gedauert, bis ich an diesen Punkt gekommen bin. Für manche scheint es zum Erwachsenwerden dazu zu gehören, während andere von Geburt an dieses kleine „Ich“-Gen besitzen, das sie antreibt und ihnen immer wieder versichert, etwas besseres zu sein. Jemand zu sein, der etwas wert ist. Jemand, der kein wandelndes Nichts ist, das nur über die Gefühle der anderen lebt und sich nicht traut, eigene zu entwickeln, sich aus dem Fenster zu lehnen und den Schmerz ebenso laut in die Nachbarschaft zu schreien, wie die Freude für andere. Das Einzige, was ist, ist das offene Fenster, das auf Schreie wartet, während mein Mund immer verschlossen blieb und nicht bereit war, Schwächen einzugestehen, die mich noch wertloser gemacht hätten, als ich mich ohnehin schon fühlte.

Und auch jetzt behalte ich meinen Schmerz für mich, hätschel ihn wie ein kleines Haustier, das wimmernd in meinem Herzen nistet, nach mehr giert und mir mehr Freund als Feind geworden ist, doch zugleich akzeptiere ich. Ich akzeptiere meinen Schmerz, denn er gehört zu mir. Ich akzeptiere, dass er mich nicht weniger macht. Ich halte ihn, so wie er mich hält und solange keiner von uns beiden loslässt, werde ich nicht zerreißen. Das ist meistens gut.

Zumindest ist es ein Anfang. Ein Schritt in die Richtung, in der ich morgens vor dem Spiegel stehe und mir zulächle, statt nur blind durch mich hindurch zu sehen.

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