Reißen und in Splitter schlagen

Mai 17, 2011 § Ein Kommentar

Heute küsst du einfach meine Handgelenke. So sanft und ohne Gier, dass ich denke, du würdest wirklich etwas fühlen. Als hätte sich alles geändert – du weißt schließlich, dass ich an Wunder glaube, an kleine, bunte Einhörner und etwas, das Fremde einst ‚Glück‘ nannten.

Ein Fluch, deine Zunge so dicht an meiner Haut und ich kann deine Schamhaare an meinem Bein spüren. Es kitzelt und ich seufze, richte mich langsam auf und hoffe, dass du mich in den Arm nimmst. Doch dein Blick wird wieder hart, deine Lippen lösen sich von meinem Körper und nur noch dein lauter Atem füllt meine Ohren.
Deine Hände verkrampfen an meiner Hüfte, Lust in deinen Lenden, du hältst mein Herz nur für ein paar Sekunden. Danach lachst du, richtest dich auf, knackende Knochen unter gespannten Muskeln – und das Sperma läuft an meinen Schenkeln hinab, bis Übelkeit meine Mundhöhle füllt.

Zerfetzt und schnaufend rollst du dich zur Seite, hast deine Pflicht getan und die Nacht legt sich auf mein Gesicht. Atem, Atem, Atem – alles, was mir noch bleibt, sind kleine, schockierte Lacher, die du nicht hörst. Und ich richte mich weiter auf, bis meine Hände meine Füße berühren und sich meine Arme um die Knie schlingen können. Mein Blick wandert wieder zu dir, deiner Leichenblässe, deinem eingefallenen Fleisch und dem Schweiß, der an deiner Haut klebt.

Alles tut weh. Leise krächze ich ein Liebeslied in dein taubes Ohr, bis du mich fortschlägst und wegkämpfst, als hätte ich dich vergiftet und erstickt mit meiner Liebe. Mir ist, als würdest du mein Herz reißen und in Splitter schlagen. Alles tut weh, immer tust du mir weh. Lass mich dich fragen, wie es wäre, wenn ich so wäre wie du?
Ich drück meine Zigaretten auf deinem Herzen aus und frag‘ dich, ob es weh tut.

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§ Eine Antwort auf Reißen und in Splitter schlagen

  • Aiden Corey sagt:

    Man sagt, ein Blick sage mehr als tausend Worte.
    Die Blicke der Protagonisten hätte ich gern gesehen.
    Aber die Taten sprechen für sich.
    Schöne Worte für die Grausamkeit namens Liebe.

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