Und dann.

Juli 18, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Als wüsstest du, was es heißt, zu lieben. Ewiglich zu lieben. Losgelöst von der Zeit, der wir die Macht rauben, eines Tages zu einem Pfahl zu werden, der uns entzweit.
Wir dachten wir wären Götter – ich dachte, ich wäre ein Gott. Fern von jeder Berührung, die mich in eine Realität werfen würde, der ich mit dem Tod entkommen war.
Einst ging ich nicht ins Licht, sondern wurde von der Dunkelheit verschlungen. Niemand wartete dort, niemand nahm mich in Empfang. Weder die Toten, noch die geistlichen Gebilde unserer Verzweiflung, die sich an der Religion laben. Sie alle waren ferner, als jemals zuvor. Und ich spürte nicht einmal Trauer deswegen. Ich spürte gar nichts.
Gefühle waren wie Gedanken, die sich nicht formen wollten und meinen Händen entglitten, wann immer ich danach griff. Alles verschwand in Finsternis. Alles wurde Finsternis.

Ich streifte mein altes Leben wie einen Anzug ab, an den ich mich sattgesehen habe – oder längst jede Farbe verlor, die ich einst so an ihm liebte. Abgetragen, Routine, Verschleiß. Und mit meinem Leben verlor ich euch in diesem Loch. Jeden einzelnen ließ ich zurück, stolpernd dem Licht nähernd, das sich unter meine Augenlider stahl. Zuckend, windend, unentschlossen. Wenn Leben an den Lippen leckt und man jeden Atem für sich behält. Wenn Gedanken im Ich versinken. Untergehen.
Und man sie eines Tages betrauert, wie die Toten der Titanic.
Und eines Tages vergisst.
Dann kommt die Zeit, in der die Fäden der Götter reißen und wir zu Boden fallen.

Menschlich. Verwundet. Alleine.

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